:terra nova Landschaftsplanerischer Wettbewerb
Tagebauregion Rhein-Erft-Kreis 2009
  • Tagebau Hambach
  • Masterplan

Wege zur Entwicklung der Tagebauregion

Auslobergemeinschaft

Planungsverband :terra nova
Bergheim – Bedburg – Elsdorf – Rhein-Erft Kreis
in Kooperation
RWE Power Aktiengesellschaft
Regionale 2010 Agentur

Anlass und Zielsetzung

Voraussichtlich bis etwa 2045 wird Braunkohle in den großen Tagebauen im Rhein-Erft-Kreis westlich von Köln gewonnen und in Großkraftwerken in Energie umgewandelt. Im Hinblick auf den rückläufigen Braunkohlentagebau in der Bundesrepublik ist die noch aktive Tagebau-Region zwischen Aachen und Köln in ihrem Charakter in Mittel- und Westeuropa einmalig: die einzigartige Landschaft mit beeindruckenden Orten der Rohstoff- und Energiegewinnung [Tagebau Hambach, Kraftwerk Niederaußem, Umspannwerke Rheidt-Hüchelhoven und Paffendorf, Windtestfeld Frimmersdorfer Höhe etc.] ist von hoher Faszination und Anziehungskraft. Schon heute besuchen über 80.000 Menschen das Infozentrum der RWE Power AG im Schloss Paffendorf und die Führungen durch die Tagebaue.

Gleichzeitig haben sich im Bereich der Energiewirtschaft eine hohe wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und technische Kompetenz des Rheinlands entwickelt, die ein besonders hohes Potenzial für Zukunftsentwicklungen in der Region darstellen. Vor diesem Hintergrund lobten die drei Städte Bergheim, Bedburg und Elsdorf zusammen mit dem Rhein-Erft-Kreis zwei Wettbewerbe aus: ein kooperatives Planungsverfahren zur Erarbeitung eines Masterplans :terra nova aus und einen offenen Wettbewerb für den Bau des Aussichtsforums.

Die derzeit am stärksten durch den Braunkohlenabbau betroffenen Kommunen des Rhein-Erft-Kreises wollen – gemeinsam mit dem Rhein-Erft-Kreis sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen RWE Power AG und den unterschiedlichen Beteiligten vor Ort – ein zukunftsfähiges Konzept für die Energieregion erarbeiten. Dabei sollen die anstehenden Veränderungen und gewaltigen Eingriffe thematisiert, gestalterisch genutzt und öffentlichkeitswirksam präsentiert werden, um daraus Chancen für die Zukunftsentwicklung abzuleiten.

Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung einer überzeugenden Gesamtkonzeption „Zukunfts-Landschaft für Energie“, die die rheinische Tagebauregion in ihrer Identität stärkt, die laufenden Umstrukturierungsprozesse zur Gestaltung einer außergewöhnlichen, attraktiven Landschaft nutzt sowie der Region wertvolle wirtschaftliche Impulse für die Zukunft gibt.

Verfahrensbeschreibung

Ein mehrstufiges Qualifizierungsverfahren bildete die Grundlage für die Entwicklung des Masterplans für das Tagebaurandgebiet und die Planung des Aussichtsforums :terra nova. In einer ersten Stufe wurde mittels eines kooperativen Planungsverfahren der Masterplan :terra nova erarbeitet, der ein Gesamtbild der künftigen Landschaft am Rande des Tagebaus präsentiert. Auf der Basis dieses Masterplanes wurde in einer zweiten Stufe ein europaweit ausgeschriebener landschaftsarchitektonisch-hochbaulicher Wettbewerb zur Gestaltung eines Teilabschnittes der nördlichen Tagebaukante Hambach mit dem künftigen Aussichtsforums :terra nova durchgeführt.

Das kooperative Planungsverfahren

Ziel dieses ersten Verfahrensabschnittes war die Entwicklung des Masterplanes :terra nova. Dieser entwickelt die Grundzüge für die künftige Gestaltung dieser Industrielandschaft und verknüpft vier einzelne Projektbausteine (Gestaltung der nördlichen Tagebaukante Hambach, Gestaltung der ehemaligen Abraumbandanlage, Entwicklung des Bereiches einer ehemaligen LEP VI-Fläche und Gestaltung des Umfeldes des Kraftwerkes Niederaußem).  Aufgrund der komplexen Ausgangslage und der Vielzahl an Verfahrensbeteiligten wurde dieser Abschnitt in einem kooperativen Planungsverfahren durchgeführt. Im Fokus standen dabei Fragen der Entwicklungs- und Gestaltprinzipien der :terra nova im Kontext der Regionale-Themen „:gärten der technik“ (neue  Energielandschaften zeigen) wie des „masterplans :grün“ (Landschaft in Bewegung).

Zu Beginn stellten sich 6 Teams aus Landschaftsarchitekten und Stadtplanern den Fragen der Raumentwicklung und -gestaltung. Aus dieser intensiven Werkstattphase mit Gesprächsrunden, Podiumsdikussionen, Bürgebeteiligungen und Exkursions- und Besichtigungsfahrten heraus erarbeiteten die Teams in einer nachgeschalteten Ausarbeitungsphase ihre Konzepte.

Teilnehmer des Wettbewerbs

Es wurden folgende sechs Teams für die Teilnahme am kooperativen Planungsverfahren ausgewählt:

  • Lohrberg stadtlandschaftsarchitektur; pp a|s pesch partner architekten stadtplaner, Stuttgart
  • Gnüchtel • Triebswetter Landschaftsarchitekten GbR, Düsseldorf; Rhode Kellermann Wawrowsky - RKW, Düsseldorf
  • bbz landschaftsarchitekten, Berlin; arch 42, Berlin
  • Agence Ter, Karlsruhe; ASTOC Architects & Planners, Köln
  • Thomas Knüvener Architektur & Landschaft, Köln; Fritzen Architekten & Stadtplaner, Köln; Prof. Martin Hölscher, Essen
  • b&k+ Arno Brandlhuber, Berlin; terraform / Büro für Konstruktivismus, Berlin

Gremium

  • Prof. Gerd Aufmkolk, Nürnberg
  • Brigitte Scholz, Großräschen
  • Hans-Dieter Collinet, Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW
  • Dr. Reimar Molitor, Regionale 2010 Agentur
  • Niels-Christian Schaffert, Stadt Bergheim
  • Thomas Leveringhaus, Stadt Bedburg
  • Johannes Mies, Gemeinde Elsdorf
  • Manfred Kohlmann, Rhein-Erft-Kreis
  • Dr. Lars Kulik, RWE Power AG

 

Ergebnis

Siegreich aus diesem Werkstattverfahren gingen die beiden Arbeitsgemeinschaften bbz landschaftsarchitekten / arch 42 aus Berlin und Lohrberg stadtlandschaftsarchitektur / pp a|s pesch partner architekten stadtplaner aus Stuttgart hervor. Beide Büros erarbeiteten aus Ihren Beiträgen einen gemeinsamen Masterplan terra nova (siehe Abbildung rechts oben).

 

Der offene Wettbewerb

Der Masterplan :terra nova beschreibt die räumliche Strukturierung im Umgang mit der Tagebaukante. Bestandteil dieses Masterplans ist die Realisierung eines Gebäudes - Forum Tagebau Hambach, um über den Tagebau, den Wandel in eine Folgelandschaft und über das Themenfeld Energie, Energiegewinnung und Energie-Effizienz zu informieren. Grundgedanke aus der Masterplanung hierbei ist, das Forum in unmittelbarer Nähe zur Tagebaukante zu realisieren, damit neben der Information auch ein neuer Aussichtspunkt ausgebildet werden kann. Das Forumsgebäude soll eng mit dem landschaftsplanerischen Masterplan :terra nova verwoben werden. Der Entwurf soll die Philosophie von :terra nova in ein Gebäudekonzept umsetzen und damit die Themen Energie, Energiegewinnung und Energie-Effizienz spiegeln. Neben dem Funktionsbaustein Information soll eine kompakte gastronomische Einrichtung den Standort weiter beleben. Zudem sind betriebliche Nutzungen bei der Planung zu berücksichtigen.

Ergebnisse

Am 15 Juni 2009 fand die Preisgerichtssitzung zum einstufigen EU-offenen Realisierungswettbewerb Forum :terra nova im Gemeindehaus Neu-Etzweiler statt.
Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Christa Reicher prämierte die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft lüderwaldt architekten, Köln, Dirk Melzer Landschaftsarchitekt, Köln mit dem ersten Preis.
Platz 2 ging an die Arbeitsgemeinschaft des Architekturbüros Ulmer TM Architekten und Helga,Blocksdorf Architekten, Berlin,  Sinai. Faust. Schroll. Schwarz., Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH, Berlin

  • 1. Preis
    lüderwaldt architekten, Köln
    Dirk Melzer Landschaftsarchitekt, Köln
  • 2. Preis
    Arbeitsgemeinschaft
    Ulmer TM Architekten und Helga Blocksdorf Architekten, Berlin
    Sinai. Faust. Schroll. Schwarz.
    Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH, Berlin
  • 3. Preis
    Lorber + Paul Architekten BDA, Köln
    hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung, Niederkrüchten

  • Anerkennung
    Gildo Eisenhart Architekt , Stuttgart
    Guido Lerch, Magstadt
  • a360.architekten
    Dipl.- Ing. Hans-Erik Friedrich, Hamburg
    Landschaftsarchitektur+Felix Holzapfel-Herziger, Hamburg

 

 

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Leistungen von scheuvens + wachten
  • Entwicklung des Wettbewerbsverfahrens mit dem Auftraggeber
  • Koordination des gesamten Wettbewerbsverfahrens
  • Vorprüfung der Wettbewerbsarbeiten
  • Organisation und Begleitung Preisgericht
Offener Wettbewerb – 1. Preis

lüderwaldt architekten, Köln
Dirk Melzer Landschaftsarchitekt, Köln

2. Preis

Arbeitsgemeinschaft
Ulmer TM Architekten und Helga Blocksdorf Architekten, Berlin
Sinai. Faust. Schroll. Schwarz.
Freiraumplanung + Projektsteuerung GmbH, Berlin

3. Preis

Lorber + Paul Architekten BDA, Köln
hermanns landschaftsarchitektur/umweltplanung, Niederkrüchten

Anerkennung

Gildo Eisenhart Architekt    , Stuttgart
Guido Lerch, Magstadt

Anerkennung

a360.architekten
Dipl.- Ing. Hans-Erik Friedrich, Hamburg
Landschaftsarchitektur+Felix Holzapfel-Herziger, Hamburg